Ch. 34: h) Salmanas.
h) Salmanas. ****
Nach einer nicht ganz einwandfreien Vermutung, die sich auf gewisse Angaben des byzantinischen Gelehrten PSELLOS (1020–1105) stützt, soll SALMANAS im 9. Oder 10. Jahrhundert gelebt und gewirkt haben; aus seiner vorgeblichen Schrift, die u. A. Zuerst (?) das aus dem Persischen entlehnte Wort τάλκ oder τάλακ (Talk) zu enthalten scheint, läßt sich nicht klar ersehen, ob wirklich eine Abhandlung des SALMANAS in Frage kommt oder nur ein Bericht über ihm zugeschriebene Verfahren[1221]. Diese sollen sich u. A. Auf die Herstellung runder großer Perlen, anscheinend aus mehreren kleineren, beziehen, also auf einen Gegenstand, den (ebenso wie die Nachbildung von Edelsteinen) die griechischen Alchemisten nicht selten zu behandeln pflegten; zwar wird SALMANAS, — man weiß nicht von wann an —, als „Araber“ bezeichnet, da aber die arabischen Quellen und Zusammenstellungen nirgends einen Alchemisten SALMANAS erwähnen[1222], und die fragliche Schrift auch allein in griechischer Fassung bekannt ist, so spielt der Beinamen des „Arabers“ hier vermutlich nur eine ähnliche dekorative Rolle, wie in so manchen anderen Fällen der des „Persers“ oder „Inders“. Überdies ist dem Griechischen der Namen SALMONEUS keineswegs fremd, es führt ihn u. A. Schon ein Sohn des AEOLUS und Bruder des SISYPHOS[1223].