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Novel HomeCh. 18 · h) Moses (Pseudo-Moses).
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Ch. 18: h) Moses (Pseudo-Moses).

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h) Moses (Pseudo-Moses). ****

Die Abhandlung des MOSES, die durchwegs starke Spuren jüdischer Einflüsse und jüdisch-monotheistischer Anschauungen verrät⁠[744], wird einem in vielen Quellen, u. A. Auch im „Fihrist“⁠[745], sehr gepriesenen Alchemisten MOSES zugeschrieben, anscheinend dem nämlichen, den als großen Zauberer und (gemeinsam mit den sonst nicht weiter bekannten JAMNES und LOTAPES) als Schöpfer einer „neuen Sekte der Magie“ bereits PLINIUS anführt⁠[746]; da man, wie u. A. Auch die „Apologie“ des APULEIUS (um 180 n. Chr.) und viele Zauberpapyri bezeugen⁠[747], dem Gesetzgeber MOSES nicht nur im allgemeinen übernatürliche Fähigkeiten aller Art nachrühmte, sondern im Hinblick auf die Verbrennung und angebliche Auflösung des goldenen Kalbes auch speziell alchemistische⁠[748], so führte man auf ihn auch die Schrift seines Namensbruders zurück und sicherte ihr dadurch ein höheres Ansehen.

Als Ausgangsmaterial benützt auch PSEUDO-MOSES cyprisches Kupfer⁠[749], sowie „Maza“, d. I. Das „schwarze Blei“ oder die „Magnesia“ der MARIA; infolge einer Verwechslung der „weiblichen Magnesia“ mit dem „männlichen Magnes“ [hier = Braunstein, Pyrolusit] behauptet er, die „göttliche“ Maza trage den Charakter eines ὄξος (Oxos = Essig, Schärfe), indem sie alles reinige und erweiche, selbst das Glas, dem sie eine glänzend weiße Farbe verleihe⁠[750]. Die „Färbung“ des Kupfers erfolgt durch Zinn, weiße Magnesia (eine Legierung)⁠[751], weiße dalmatische Kadmia (καθμία λευκή), italisches Stimmi, Quecksilber und Quecksilber aus Sandarach oder „Bleiweiß“ [d. I. Arsen aus rotem Schwefelarsen oder weißer Arsenigsäure], die das Kupfer umwandeln und umfärben, indem sie die gewünschte „Natur“ oder Qualität, die im Inneren schon vorhanden ist, an die Oberfläche heraustreiben (φέρει ἔξω τὴν φύσιν)⁠[752]. Zur Darstellung des wirkenden Mittels, des Xerions, dessen Projektion auf Zinn z. B. Silber ergibt, das sich als probehaltig (δόκιμος, dókimos) erweist⁠[753], verwendet man u. A. Den goldfarbigen Pyrit (χρυσίζων, sog. Goldkies) aus Ägypten oder Libyen⁠[754], Sandyx [hier = Zinnober], ὑδράργυρον παγέντα, d. I. Fixiertes Quecksilber, ὑδράργυρον ἀνελθόντα, d. I. Sublimiertes [nicht destilliertes!] Quecksilber, und ὑδράργυρον ἀποθανόντα, d. I. „abgestorbenes“ Quecksilber, entweder an einen anderen Stoff gebundenes, oder „in die Tiefen der Unterwelt“, d. H. Auf den Boden der Gefäße abgetropftes⁠[755].

Ein als „Diplosis des MOSES“ berühmtes Verfahren bestand in der Behandlung des χαλκοῦ καλαινοῦ, des kalaïnischen Kupfers [aus Kalaïs am Sinai oder in Persien?], sowie einer Legierung von Blei und Kupfer, mit Schwefel, Arsen, Rettigöl (ῥαφανίνω ἐλαίῳ; Deckname!) und etwas Gold; das Ergebnis soll ebensogut gewesen sein wie das bei der Diplosis des (im übrigen unbekannten) EUGENIOS, der das Kupfer durch Zusatz von allerlei Substanzen und von ein wenig [als „Samen“ wirkenden] Silber oder Gold in das schönste Silber und Gold zu verwandeln wußte⁠[756].

„Rettigöl“ und „Ricinusöl“ schreibt MOSES auch zum Behandeln des „Eiweißes“ und „Eigelbes“ vor⁠[757], wobei es sich offenbar nur um Decknamen handelt; an die Verbrennung wirklichen Ricinusöles und wohl auch Leinöles (λινέλαιον, Linélaion) ist dagegen zu denken, wo er die Darstellung des „schwarzen, gebrannten Schwefels“ beschreibt, vermutlich ausgeschmolzenen Schwefels, der wegen seines Gehaltes an Kohle und seiner dunklen Färbung auch als μέλαν (Mélan, Schwärze, Ruß) bezeichnet wird⁠[758].

Die Präparate, zu deren Bereitung sich oft süßes Wasser, im Gegensatz zu Meerwasser, vorgeschrieben findet⁠[759], werden längere Zeit in Mist eingesetzt, oder durch das Feuer getrockneten Kuh- und Pferdemistes erwärmt⁠[760]; fraglich bleibt, ob σαπώνιον (Sapónion) wirklich auf Benützung der (damals schon wohlbekannten) Seife hinweist⁠[761], und was unter dem bei der Herstellung des Xerions benützten Bock- und Schweineblute (αἶμα τράγου ἢ χοίρου) zu verstehen ist⁠[762].

Bemerkt sei noch, daß MOSES den Ausdruck μᾶζα (Maza) an einer Stelle seiner Schrift⁠[763] im Sinne von Chemie, oder eines die Chemie betreffenden Buches, eines chemischen Lehrbuches, gebraucht; da indessen seine ganze Abhandlung in der uns vorliegenden Gestalt die Spuren später (oft um Jahrhunderte späterer) Um- und Überarbeitung trägt⁠[764], lassen sich hieraus bestimmte Folgerungen, etwa in zeitlicher Hinsicht, nicht ziehen.

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