Ch. 36: k) Nikephoros.
k) Nikephoros. ****
NIKEPHOROS identifizieren die Handschriften zumeist mit NIKEPHOROS BLEMMYDES, der im 13. Jahrhundert zu Konstantinopel eine geistliche Würde bekleidete (?)[1226]; da es aber nach BERTHELOT für jene Gleichsetzung an ausreichenden Gründen fehlen soll[1227], kann er auch viel früher gelebt haben, und der Inhalt seiner nur unvollständig erhaltenen Schriften[1228] spricht nicht gegen eine solche Annahme. Sie erwähnen u. A. Das Abwägen und das Zerkleinern der Substanzen, zu dem man μάρμαρον πορφύρεον gebraucht (wörtlich: marmornen Porphyr, d. I. Porphyrstein, — auf ägyptischen Ursprung deutend)[1229], ferner die Magnesia, die auch „gebranntes Kupfer“ oder „Gelbes der Eier“ heißt[1230], endlich den „Stein der Weisen“ (λίθον τῶν σοφῶν), der aus den vier Elementen „Heiß, Kalt, Trocken, Feucht“ besteht[1231]; dieser „Stein, der kein Stein ist“, stellt das wahre Xerion vor, das ξήριον ὀξυπορφύρεον [das intensiv rote = goldfarbige], von dem schon die kleinste Menge, auf Silber projiziert, dieses in prächtiges Gold verwandelt[1232]. — An mehreren Stellen wird die Destillation der vorgeschriebenen Substanzen verlangt und dabei angegeben, daß sich das Kondensat in einem Glasgefäße ansammeln soll wie bei der Destillation des Rosenwassers das ῥοδόσταγμα, d. I. Das Rosenöl[1233]; die Gewinnung dieses Öles durch Destillation scheint in Persien spätestens bereits während des 9. Jahrhunderts in größerem Maßstabe üblich gewesen zu sein, und die Vorschriften des NIKEPHOROS bieten daher unter allen Umständen hohes Interesse, namentlich auch für die Geschichte der Destillation und ihrer Ausführung.