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Novel HomeCh. 23 · a) Pelagios.
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Ch. 23: a) Pelagios.

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a) Pelagios. ****

Die Lebenszeit des „Philosophen“ PELAGIOS ist nicht genau bekannt, kann aber keinesfalls, wie KOPP⁠[1053] ursprünglich glaubte, schon vor jene des ZOSIMOS, und auch nicht, wie nachher BERTHELOT⁠[1054] behauptete, bereits in das 1. Oder 2. Jahrhundert fallen, denn KOPP selbst hat später ermittelt⁠[1055], daß PELAGIOS sich auf ZOSIMOS beruft, während ihn hinwiederum zuerst OLYMPIODOROS zitiert, der um 425 schrieb; PELAGIOS dürfte also in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts zu versetzen sein. Sein Werk führt den Titel „Über die göttliche und heilige Kunst“ (θεῖα καὶ ἱερὰ τέχνη), wurde zuerst 1573 von PIZZIMENTI als Teil III („De arte magna“) seiner weiter oben angeführten Schrift ins Lateinische übersetzt (sehr mangelhaft!) und liegt nur in sehr schlechter Erhaltung vor, erfüllt von zahlreichen und dunklen Interpolationen⁠[1056].

Auszugehen ist beim großen Werke vom χαλκός (Chalkós)⁠[1057], worunter man entweder Kupfer versteht oder Pyrit, der ebenfalls von sehr verbrennlicher Natur ist; doch nennt man χαλκὸν πυρίτην, Chalkopyrit, auch das mit Schwefel vorbehandelte Blei⁠[1058]. Die nächsten Aufgaben sind, das Kupfer von seinen erdigen Bestandteilen, seiner materiellen Grobheit (παχύτης) zu befreien und es pneumatisch (πνευματικός) zu machen, weiterhin aber die richtige Veränderung seiner Färbung und damit die seiner Qualität (ποιότης, Poiótes) zu bewirken; das geschieht vermöge der von den Alten erfundenen βαφικὴ τέχνη (Färbekunst) und χρυσοβαφή (Färbung zu Gold), die bewirkt, daß sich das Kupfer, ähnlich wie ein wohlgepflegter, mit reichlichem Wasser begossener Baum in feuchter warmer Luft, freudig entwickelt, „gärt“ und zuletzt jene Blüten und Früchte trägt, die schon DEMOKRITOS zu rühmen wußte⁠[1059]. Von den sechs Operationen, deren sich die Färbekunst bedient, ist die erste die Schwärzung, bei der es gilt, eine vollkommen schwarze (πάνυ μέλαν), dem γραφικὸν μέλαν (Schreiberschwärze = Ruß) gleichende Masse herzustellen⁠[1060]; diese wird dann, unter Digestion im Dünger, der Aufhellung (Verdünnung), Weißung, Gilbung, Rötung (Iosis), und Bleichung (Exiosis) unterworfen, u. A. Mit Hilfe des göttlichen Wassers, das bei der Projektion auf Kupfer, je nach den Umständen, bald weißes Silber, bald rotes oder gelbes Gold erzeugt⁠[1061], sowie des „weißen Essigs“ und des „Essigs aus Geranium“ (Decknamen?)⁠[1062]. Nach Art einer wahren Schöpfung (δημουργία, Demurgía) erfolgt auch die von DEMOKRITOS gepriesene Umwandlung der σώματα (Sómata, Körper = Metalle) in πνεύματα (Pneumata) durch das Xérion, das, wie ZOSIMOS lehrte, selbst pneumatischer Natur ist⁠[1063]; es stellt ein äußerst feines Pulver dar und führt das Kupfer in prächtiges Gold über, „rot wie Blut“, auch κινναβάρις τῶν φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) geheißen⁠[1064]; man verstärkt es durch Beifügung von etwas natürlichem Gold, das eine Gärung bewirkt wie Hefe im Bäckerteig, und mehr Gold so ergibt, wie aus Getreidesamen mehr Getreide wird⁠[1065]. Außerdem kann man auch noch göttliches Wasser zusetzen, das die „Farben“ nach Art einer Beize abtönt, und sie zugleich „scharf“ und gehörig in die Tiefe eindringend macht; dies wußte schon DEMOKRITOS⁠[1066].

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